8. November 2015

Filmtipp: "King Arthur"
Auf den Spuren des legendären Königs

© Disney
Schon als Kind habe ich Ritterfilme geliebt. Das lag vor allem an unseren beiden Nachbarjungs, mit denen ich aufgewachsen bin und die den Namen jedes einzelnen Ritters der Tafelrunde auswendig kannten. Nach und nach ließen sie mich als Barbie-begeistertes Mädchen auch an ihrem Wissen teilhaben, und schließlich standen mir König Artus und Lancelot näher als meine Jugendhelden/innen Hanni und Nanni und Fünf Freunde

Zahlreiche Filmklassiker

Von den zahlreichen Verfilmungen der Abenteuer des sagenumwobenen Königs Artus und seinen Rittern konnte und kann ich bis heute nicht genug bekommen. Den Anfang machten alte Filmklassiker wie Die Ritter der Tafelrunde mit Robert Taylor, Ivanhoe ebenfalls mit Robert Taylor und die TV-Serie König Arthur mit Oliver Tobias. Zu den Klassikern der heutigen Zeit zählen für mich Der erste Ritter mit Richard Gere, Camelot mit Joseph Fiennes oder auch Die Nebel von Avalon mit Angelica Huston.

King Arthur: Grandiose Neuinterpretation von Antoine Fuqua

Kürzlich bin ich auf eine tolle Verfilmung gestoßen, die mich absolut in ihren Bann gezogen hat: King Arthur von Regisseur Antoine Fuqua mit einem internationalen Staraufgebot - Clive Owen, Keira Knightley, Ioan Gruffudd, Stephen Dellane, Stellan Skarsgard, Mads Mikkelsen, Til Schweiger u.v.m. Obwohl sich diese Verfilmung maßgeblich von den Klassikern unterscheidet, war ich begeistert. Fuqua hat mit seiner neuen Version einen rasanten Action-Film geschaffen, der aber auch leise Momente beinhaltet. Der Regisseur bricht, was recht untypisch für einen Ritterfilm ist, mit den gängigen Rollenklischees der damaligen Zeit. Natürlich sind auch seine Ritter der Tafelrunde - allen voran ihr Anführer König Artus - edel und mutig, aber in erster Linie sind sie harte Kämpfer ohne Rücksicht auf Verluste. Die zentrale Frauenfigur Guinevere ist in Fuquas Fassung kein hilfloses Wesen mehr, das Schutz benötigt. Sie kann auf sich selbst aufpassen und unterstützt die Ritter tatkräftig im Kampf gegen eine Heerschar von Feinden. Zu Beginn hat mich dieses Novum etwas irritiert, weil ich gerade die althergebrachte romantische Komponente an den traditionellen Filmen sehr mag. Aber Fuquas Version ist so gut gemacht und fesselnd, dass dieser Aspekt völlig in den Hintergrund rückt.

© Disney
Die Handlung beginnt im Jahre 452 nach Christus, als römische Soldaten den kleinen sarmatischen Jungen Lancelot aus seinem behüteten Zuhause in der russischen Steppe reißen und ihn zum 15-jährigen Truppendienst abholen, zu dem sein Volk nach dem Sieg der Römer gezwungen ist. Er wird ausgebildet, um die römische Provinz Britannica am Hadrianswall vor Feinden - insbesondere den Kelten - zu schützen. Artorius Castus/Arthur (Clive Owen) wird sein Befehlshaber. Als Sohn eines Römers und einer Britin ist er ganz anders als die übrigen Befehlshaber, denn seine unbedingte Freiheitsliebe und sein ausgesprochener Gerechtigkeitssinn heben ihn wohltuend von den anderen ab.

© Disney - Clive Owen als King Arthur



Als der Pflicht-Truppendienst sich nach 15 Jahren endlich dem Ende neigt, erwarten die sechs sarmatischen Ritter - Lancelot (Ioan Gruffudd), Galahad (Hugh Dancy), Gawain (Joel Edgerton), Tristan (Mads Mikkelsen), Bors (Ray Winstone) und Dagonet (Ray Stevenson) - gemeinsam mit ihrem Kommandanten Arthur ungeduldig den Freibrief, der sie zur Rückkehr in ihre Heimat autorisiert. Doch ihre Pläne werden jäh zunichte gemacht, als ihnen der römische Bischof Germanius mitteilt, dass sie die Freibriefe erst erhalten, wenn sie noch eine letzte Mission erfüllen. Sie sollen das Patenkind des Papstes, Alecto, aus dem Feindesland in Sicherheit bzw. zum Hadrianswall bringen. Arthur und seine Ritter sind außer sich: Die Mission ist lebensgefährlich und kann nur den sicheren Tod für alle bedeuten. Doch ihnen bleibt keine andere Wahl, als auf die Bedingungen des Bischofs einzugehen, wenn sie ihre Heimat wiedersehen wollen. Und so kämpft sich die auserlesene Truppe durch ein wild mordendes Sachsenheer unter König Cerdic (Stellan Skarsgard) und seinem irren Sohn Cynric (Til Schweiger) und eine wachsende Anzahl britannischer Rebellen. Es gelingt ihnen, einige Sklaven und die Keltin Guinevere zu befreien, in die sich King Arthur und Lancelot gleichermaßen verlieben.

© Disney - Keira Knightley als Guinevere



Guinevere ist eine unerschrockene Kämpfernatur und ein Ausnahmetalent mit Pfeil und Bogen. Gemeinsam mit ihren männlichen Mitstreitern zieht sie schließlich auch in den Kampf. Doch keiner von ihnen ist auf die grausame Schlacht vorbereitet, die sie erwartet. Am Ende müssen sie sich einem unbarmherzigen Kampf mit übermächtigen Gegnern stellen, bei dem sie nur verlieren können. Aber ihre Feinde begehen den wohl schwersten aller Fehler: Sie unterschätzen die verhältnismäßig kleine Truppe und ihre Bereitschaft, für die Freiheit alles zu opfern, was ihnen lieb ist - sogar ihr Leben...

© Disney - Ray Stevenson als Dagonet



Dieser Film ist ein grandioses Action-Spektakel, das den Mythos um König Artus und seine Ritter neu zu ergründen versucht. Er ist bildgewaltig und wird getragen von der exzellenten Schauspielkunst seiner Protagonisten. König Artus ist mit dem Briten Clive Owen hervorragend besetzt, aber es gibt einen Schauspieler, der ihn meines Erachtens an die Wand spielt. Es handelt sich hierbei um den Waliser Ioan Gruffudd, der Lancelot herausragend darstellt und der Figur völlig neue Facetten abgewinnt, die mich sehr angesprochen haben. Ihr kennt den Schauspieler vielleicht als Hauptdarsteller der gerade in Deutschland gelaufenen Serie Forever, in der er den unsterblichen Pathologen Dr. Henry Morgan verkörpert. Allein wegen seiner großartigen Darstellung lohnt sich der Film schon. Mads Mikkelsen, ebenfalls einer meiner Lieblingsschauspieler, hat als Tristan zwar leider nur eine kleine Rolle, füllt diese aber trotzdem bemerkenswert aus. Das Gleiche gilt für Ray Stevenson als Dagonet.

Alles in allem ist diese Neufassung von King Arthur eine gelungene Mischung aus Action- und Historienfilm und daher meines Erachtens absolut empfehlenswert.

King Arthur
Regie: Antoine Fuqua
Erscheinungsjahr: 2004
Produktion: Jerry Bruckheimer
Produktionsland: UK, Irland, USA
Studio: The Walt Disney Company
Quellen und weitere Informationen:
https://de.wikipedia.org/wiki/King_Arthur_%28Film%29
http://www.arthuriana.de/alt/ (Artus-Sage) 

Mein herzlicher Dank gilt The Walt Disney Company Germany, Switzerland and Austria, München, www.disney.com, die mir alle oben aufgeführten Fotos inkl. DVD-Cover zur Verfügung gestellt hat.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Ich mochte historische Filme schon immer :). Wobei mir die Antike noch einen Tick lieber ist als das Mittelalter :D. "King Arthur" fand ich auch sehr gelungen, in meinen Augen war das der Versuch, die Geschichte von ihren Mythen und all dem Brimborium zu befreien, der sich darum gebildet hat. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, weiß ich nicht, aber ich halte es für möglich :).

    Liebe Grüße
    Marie

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  2. Hallo Marie,

    vielen Dank für Dein Feedback.

    Ja, historische Filme zur Antike finde ich auch toll - vielleicht kennst Du ja "Agora - Die Säulen des Himmels"?

    Ich stimme Dir absolut zu: "King Arthur" ist schon recht "mythenbefreit". Das macht ihn auch so gut.

    Liebe Grüße

    Rosa

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