30. Juni 2015

Serien Blogparade 4: "All You Need Is Love"


In Teil 4 von Frau Margaretes Serien Blogparade geht es um Liebespaare in Serien. Auch hier mache ich wieder sehr gerne mit und präsentiere euch meine liebsten Serienpärchen. Nur gleich eins vorab: Ich mag natürlich, wie viele, die aktuellen Klassiker wie Castle und Beckett, Jane und Lisbon aus The Mentalist etc., aber die Paare, die ich ausgewählt habe, sind eine bunte Mischung meiner zeitlosen Favoriten, die etwas außerhalb der derzeitigen Trends liegen.

Foto: Polyband Medien GmbH
Parade's End
Christopher und Valentine

Diese gelungene BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch (Sherlock), Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona) und Adelaide Clemens (Der große Gatsby), die auf dem gleichlautenden Romanklassiker von Ford Madox Ford basiert, hat eines meiner liebsten Serienpärchen hervorgebracht: Christopher und Valentine. Ich schaue mir diese Miniserie von Zeit zu Zeit immer nochmals an und finde sie jedes Mal aufs Neue schön, denn sie ist einfach so romantisch.

Sherlock als Der letzte Gentleman

Die Serie beginnt in England kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Christopher Tietjens (Benedict Cumberbatch), englischer Aristokrat und Gentleman wie er im Buche steht, heiratet die eigenwillige und kapriziöse Sylvia (Rebecca Hall). Sie ist jedoch von ihrem untadeligen Mann schnell gelangweilt und betrügt ihn, wo sie nur kann. Christopher versucht mit allen Mitteln, die Fassade zu wahren und die Ehe aufrechtzuerhalten, obwohl er mittlerweile auch anzweifeln muss, dass der gemeinsame Sohn von ihm ist. Dann lernt er die eigenwillige und emanzipierte Valentine Wannop (Adelaide Clemens) kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Seine unterdrückten Gefühle geraten an die Oberfläche, und er stellt zum ersten Mal sein in Konventionen festgefahrenes Leben in Frage. Mit Valentine kann er sein wie er ist und muss sich nicht verstellen. Doch kann eine so ungewöhnliche Liebe Bestand in einer Welt haben, in der Tradition über Gefühlen steht?

Foto: Polyband Medien GmbH - Benedict Cumberbatch als Christopher, Adelaide Clemens als Valentine

Romantik pur

Die Serie lebt von schönen Bildern, wunderbar leisen Szenen und der Chemie der Hauptdarsteller, die einfach stimmt. Nichts wirkt gekünzelt oder aufgesetzt. Christopher und Valentine sind ein traumhaftes Serienpaar, deren Liebesgeschichte ohne Kitsch und Rührseligkeit auskommt. Und das ist für mich auch bei einer Love Story das Wichtigste.

Foto: Polyband Medien GmbH
Robin Hood: Robin und Marian
Guy und Marian

Ich habe festgestellt, dass die meisten meiner Lieblingspärchen aus BBC-Serien stammen. So auch die spektakuläre BBC-Verfilmung des Klassikers Robin Hood mit Jonas Armstrong als Robin Hood, Lucy Griffiths als Marian und Richard Armitage als Sir Guy of Gisborne. 

Zwei romantische Konstellationen

Bei dieser Serie kann ich mich einfach nicht entscheiden: Das traditionelle Serienpaar Robin und Marian finde ich natürlich großartig, aber die - wenn auch einseitige - Beziehung zwischen dem attraktiven Mega-Fiesling Guy of Gisbourne, der von Richard Armitage unglaublich anziehend porträtiert wird, und Marian, die zwar seine Gefühle nicht erwidert, aber sich trotzdem mit ihm einlässt, um Robin zu retten, ist auch sehr ansprechend umgesetzt. In dieser Verfilmung gibt es zum ersten Mal keine ganz eindeutige Gut-Böse-Charakterisierung, sondern auch der Schurke wird zeitweise in einem anderen Licht gezeigt. 

Fotos: Polyband Medien GmbH - links: Robin und Marian,  rechts: Guy und Marian












Robin und Marian: Kein Liebespaar im klassisch-romantischen Sinne

In dieser Serie sind Robin und Marian kein Liebespaar im klassisch-romantischen Sinne. Marian ist emanzipiert, kann sehr gut auf sich selbst aufpassen und ist mit dem Schwert genauso versiert wie Robin. Trotzdem ist die Liebesgeschichte der beiden, die hochdramatisch endet, sehr anrührend, und es gibt viele romantische Szenen. Marians Beziehung zu Guy ist anderer Natur, denn Guy ist in Marian verliebt, was er sich aber nicht eingestehen will. Zwischen ihm und Marian sprühen Funken, denn Guy ist Marian nicht gleichgültig, obwohl sie weiß, dass er auf der Seite des Feindes steht und sie sich auf ein gefährliches Spiel mit ihm einlässt. Alles in allem: Große Gefühle, Dramatik und Action - so wie ich es mag.

Foto: KSM GmbH
North & South
Richard und Margaret

Auch diese BBC-Serie hat wieder alles, was ein romantisches Drama ausmacht. In den Hauptrollen sind Daniela Denby-Ashe und - wieder einmal - Richard Armitage zu sehen, dem diese Verfilmung von Elizabeth Gaskells gleichlautendem Roman den absoluten Durchbruch als Schauspieler bescherte. Die Miniserie war ein absoluter Überraschungserfolg und erzielte unglaubliche Einschaltquoten, da vor allem die weiblichen Zuschauer völlig gebannt die Liebesgeschichte zwischen John Thornton und Margaret Hale mit verfolgten. Und auch mich hat diese tolle Serie restlos begeistert, vor allem das außergewöhnliche Liebespaar John und Margaret, das zu meinen absoluten Favoriten zählt.

Liebe mit Hindernissen

Als Margarets Vater, ein Landpfarrer, mit der Kirche in Konflikt gerät, ist die Familie gezwungen, ihr beschauliches Leben im Süden Englands hinter sich zu lassen und nach Milton im industriellen Norden zu ziehen. Ein Alptraum für Margaret, denn sie hat noch nie so viel Armut gesehen wie in dieser Stadt - die Kluft zwischen Arm und Reich scheint gigantisch. Obwohl Margaret bewusst ist, dass sie als Frau nicht viel ausrichten kann, legt sie sich mit Fabrikbesitzer John Thornton an und fordert bessere Bedingungen für die Arbeiter. Doch Thornton lässt sich von niemandem etwas sagen und schon gar nicht von einer Frau. Insgeheim ist er aber beeindruckt von Margarets Kämpfernatur, die trotz aller Widerstände nicht klein beigibt. Und bevor es zum langersehnten Happy End kommt, gibt es noch viele Verirrungen und dramatische Ereignisse, die die Geschichte so sehenswert machen.

Fotos: KSM GmbH - Richard Armitage (John Thornton), Daniela Denby-Ashe (Margaret Hale)

Bildgewaltige Romantikmomente

John und Margaret sind das klassisch-romantische Liebespaar, das sich insgeheim liebt, aber nicht zueinander finden kann. Solche Geschichten mag ich im Übrigen auch am liebsten. Mir sind viele traumhafte Sequenzen in Erinnerung geblieben, allen voran die Szene ihrer ersten Begegnung in Johns Baumwollfabrik, als viele kleine weiße Fasern auf Margaret hinabzuregnen scheinen, dieser spezielle Moment ist einfach einzigartig. Auch diese Serie habe ich schon oft gesehen, und ich werde sie mir bestimmt auch nochmals anschauen, denn nichts geht über gute alte Romantik.

Foto: Sony Pictures Home Entertainment GmbH
Die Nanny: Fran und Maxwell
Niles und CC

Hier kommt noch mein Lieblingspaar im Comedy-Bereich: Fran Fine (Fran Drescher) und Maxwell Sheffield (Charles Shaughnessy). Ich habe jede Staffel gesehen und würde die Serie heute immer noch schauen, denn sie war auch dann noch sehenswert, als Fran und Maxwell längst zueinander gefunden hatten. Dies ist meines Erachtens ganz selten der Fall, denn die meisten Serien sind nicht mehr interessant, wenn das Paar erstmal ein Liebespaar ist.

Romantische Comedy

Auch hier gibt es wieder zwei Paare, zwischen denen ich mich schlecht entscheiden kann. Obwohl der Romantik-Faktor hier eindeutig bei Fran und Maxwell liegt, fand ich die boshaften Streitereien zwischen Butler Niles und High Society-Zicke C.C. Babcock immer unübertroffen. 

Die Geschichte, wie die erfolglose Kosmetikerin Fran Fine als Nanny das Herz des reichen britischen Broadway-Produzenten Maxwell Sheffield und seiner drei Kinder erobert, muss ich hier nicht mehr ausführen. Die meisten kennen sie auswendig, denn sie wurde schon sehr oft im TV wiederholt. Das macht aber nichts, denn ich könnte die Serie in Dauerschleife schauen.

Fotos: Sony Pictures Home Entertainment GmbH - Fran und Maxwell

Die schönsten romantischen Szenen meines Lieblingsserienpaars sind natürlich in den Staffeln zu sehen, in denen sie dann endlich ein Liebespaar werden, z.B. in der Folge mit dem Trip nach Paris oder mit der paradiesischen Kreuzfahrt. 

Zwei heimlich verliebte Streithähne

Butler Niles (Daniel Davis) und C.C. Babcock (Lauren Lane) hassen sich aus vollem Herzen - so scheint es. Nichts bereitet Niles mehr Spaß, als C.C. eins auszuwischen und sie bloßzustellen. Im Gegenzug lässt C.C. nichts unversucht, um Niles zu demütigen. Die Wortgefechte der beiden sind so witzig, dass ich manche Sprüche sogar heute noch weiß. Die Romantik kommt bei den beiden erst viel später ins Spiel als sie feststellen müssen, dass sie sich gegen ihren Willen ineinander verliebt haben. Obwohl bei Niles und C.C. nicht wirklich Romantik aufkommt, zählen sie zu meinen absoluten Lieblingspaaren.

Fotos: Sony Pictures Home Entertainment GmbH - Niles und C.C.

Wie schon erwähnt, mag ich auch die Paare der derzeit aktuellen Serien wie Castle, The Mentalist usw., aber ich finde, dass sie nicht mehr so interessant sind, wenn die Hauptcharaktere erst einmal ein Paar geworden sind. Bei The Mentalist hat man es meines Erachtens am besten gelöst: Nachdem Jane und Lisbon ein Paar wurden, gab es noch eine Staffel, und das war es dann auch.

Braucht eine gute Serie Romantik?

Meines Erachtens braucht sie das nicht unbedingt, wenn sie auf einem guten Konzept mit Wiedererkennungswert basiert. Ich denke, dass man sich mit romantischem Beiwerk oftmals mehr Zuschauer erhofft. Dies erreicht man aber nur, wenn das Paar auch gut ankommt. Mit The Closer kann ich zum Beispiel gar nichts anfangen, das Gleiche gilt für die Konstellation der Hauptdarsteller in Life, obwohl Damian Lewis und Sarah Shahi jeder für sich tolle Schauspieler sind. Am Ende bleibt es aber - wie bei allem - Geschmacksache. Wie gut, dass wir eine solche Serienvielfalt haben - da ist für jeden etwas dabei.

Mein herzlicher Dank gilt:

Sony Pictures Home Entertainment GmbH, München, www.sphe.de, die mir alle Fotos inkl. DVD-Cover von Die Nanny zur Verfügung gestellt hat.

polyband Medien GmbH, München, www.polyband.de, die mir alle Fotos inkl. DVD-Cover von Parade's End und Robin Hood zur Verfügung gestellt hat.

KSM GmbH, Wiesbaden, www.ksmfilm.de, die mir alle Fotos von North & South zur Verfügung gestellt hat.

27. Juni 2015

Origineller Tintenroller: libri_x - "Mae West"

Schönes Schreibutensil mit Diva-Zitat

Heute möchte ich euch einen weiteren originellen Tintenroller aus der libri_x-Reihe vorstellen. Er ist Femme Fatale, Hollywoodikone und Kultblondine Mae West gewidmet, die in den 30er Jahren die Filmszene revolutionierte und zu den bestbezahltesten Schauspielerinnen ihrer Generation zählte. Der Aufdruck auf dem Tintenroller ist eines ihrer berühmten Zitate: "Zu viel des Guten kann wundervoll sein."  Auch dieser libri_x Tintenroller (Artikel-Nr. 81269) wird vom moses.Verlag vertrieben und ist in fast allen Buchhandlungen erhältlich (Preis € 12,95).

© A Million Pages



Der Tintenroller hat ein sehr ansprechendes Design mit grüner Kappe, weißem Minenteil und buntem Aufdruck. Mit der blauen Qualitätsmine, die sehr lange hält, lässt es sich sehr gut schreiben. Ein weiteres Plus ist, dass die äußere Farbe des Tintenrollers auch nach häufigem Gebrauch nicht verblasst. Insofern finde ich, dass das Preis-Leistungsverhältnis hier absolut stimmt. Die auf den Stift abgestimmte Box ist ebenfalls sehr geschmackvoll.

Schreibt ihr noch gerne mit der Hand?

Schreiben gehört für mich zum Alltag. Ich sitze berufsbedingt zwar jeden Tag am PC und nutze auch privat oft mein Smartphone, aber mit der Hand zu schreiben, macht mir einfach mehr Spaß.  Ich liebe auch die alten Briefsiegel mit rotem Wachs, die den Briefen einen sehr persönlichen und altertümlichen Touch verleihen. Genauso gerne wie ich Briefe und Postkarten schreibe, erhalte ich auch Handgeschriebenes. Dies wird aber immer seltener, da ich in meinem Freundeskreis hier mit meiner Vorliebe ziemlich allein darstehe. Damit kann ich aber gut leben :).

Da ich immer Ausschau nach originellen Tintenrollern oder Kugelschreibern halte, die ein schönes Design haben und erschwinglich sind, hoffe ich sehr, dass libri_x diese spezielle Reihe noch um weitere Schreibutensilien erweitert.

Wie haltet ihr es mit dem Schreiben? Tippt ihr lieber oder schreibt ihr auch noch gerne mit der Hand? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

23. Juni 2015

Liebe im Verborgenen

François Lelord:
Die kleine Souvenirverkäuferin

Berührender Roman mit asiatischer Tiefe

Dieser stille und einnehmende Roman von François Lelord hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Es ist das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, und ich bin immer noch begeistert von dieser bewegenden Lektüre. Lelords Geschichte, die im Vietnam der 90er Jahre spielt, hat auch etwas charakteristisch Asiatisches: Sie ist fließend wie ein ruhiger Fluss und gleichzeitig so mitreißend, tiefgreifend und aussagestark, dass man sich ihr nicht entziehen kann. Lelord schreibt mit einem profunden Wissen über die asiatische Mentalität und bringt uns die uns so fremden Sitten und Gebräuche und vor allem die asiatische Lebensphilosophie näher. Dies gelingt ihm meisterhaft.

Ein französischer Arzt in Vietnam

Als dem jungen, unangepassten Arzt Julien in Paris eine Universitäts- und Wissenschaftskarriere unmöglich gemacht wird, weil er sich weigert, Forschungsergebnisse für einen bedeutenden Pharmakonzern "aufzuhübschen", nimmt er eine Tätigkeit als Botschaftsarzt in Hanoi/Vietnam an. Das Land und seine Traditionen erscheinen ihm zunächst völlig fremd, doch schon bald fühlt er sich mit den Menschen, die zumeist in tiefer Armut leben, sehr verbunden. Er genießt seine alltäglichen Rituale, die er sich selbst geschaffen hat: Den Spaziergang um den See des zurückgegebenen Schwertes oder den Mangosaft in einem kleinen Art-Déco-Pavillion. Das einzige Problem ist für ihn die komplexe Sprache, die sich ihm einfach nicht erschließt. Auch sein regelmäßiger Sprachunterricht bei seiner Lehrerin Hoa (Vietnamesisch: Blume), die er in Madame Fleur umtauft, ist nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Doch langsam zeichnen sich auch bei ihm Fortschritte ab. Seine Freundschaft und enge Verbundenheit mit Professor Dang, Chefarzt des größten Krankenhauses der Stadt, und Gesundheitsattaché Brunet, Arzt mit Militärlaufbahn und einem Faible für asiatische Schönheiten, tragen ebenfalls dazu bei, dass er sich in Hanoi bald sehr heimisch fühlt.

Schicksalhafte Begegnung mit Herbstlicht

Auf einem seiner Spaziergänge um den See begegnet Julien einer kleinen Souvenirverkäuferin, Min Thi (Vietnamesisch: Herbstlicht), die im Gegensatz zu den anderen Verkäufern noch die traditionelle Bekleidung mit Kegelhut trägt. Da es in dieser Gegend von Souvenirverkäufern aber nur so wimmelt und diese auch sehr penetrant und lästig sind, verscheucht Julien auch diese Verkäuferin mit einer unfreundlichen Geste. Dies bereut er in dem Moment, als er ihr gekränktes Gesicht und ihren sofortigen Rückzug bemerkt. Min Thi geht Julien nicht mehr aus dem Kopf, er fühlt sich sehr zu ihr hingezogen und ihre Anmut und Natürlichkeit betören ihn. Die Situation ist jedoch problematisch, denn zum einen ist eine Beziehung zwischen einem Ausländer und einer Einheimischen ein unausgesprochenes Tabu. Zum anderen macht die sehr strikte Polizei mehr und mehr Jagd auf die Straßenverkäufer, da man den offenen Verkauf, der am Rande der Legalität ist, eindämmen möchte. Wie soll er sie also wiederfinden?

Ein mysteriöser Virus

Doch noch bevor Julien weiter darüber nachdenken kann, erkrankt eine der Krankenschwestern an einem rätselhaften Virus, der einen tödlichen Verlauf nimmt. Als bald darauf noch weitere Schwestern erkranken, versucht Julien in Zusammenarbeit mit Prof. Dang mit Hochdruck, den Erreger zu finden. Als man erste Spuren des Virus zu einer entlegenen Bergregion zurückverfolgen kann, fährt Julien zusammen mit seiner Ex-Freundin und Virenspezialistin Clea, die ihn immer noch liebt, dorthin, um Blutproben zu nehmen. Doch diese Reise nimmt ein folgenschweres Ende. Als Julien und Clea zurückkehren, beginnt für sie ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Krankheitsfälle häufen sich. Sie versuchen mit allen Mitteln, den Ausbruch einer Epidemie in Hanoi zu verhindern - dies auch unter wachsendem Druck des Staates, der keine fremde Einmischung wünscht.

Zwei Welten

Gleichzeitig versucht Julien alles, um Min Thi wiederzusehen und den Kontakt zu ihr gegen alle Widerstände aufrechtzuerhalten, während Min Thi, die seine Gefühle erwidert, verzweifelt versucht, auch weiterhin den Unterhalt für ihre arme Familie bestreiten zu können. Doch die Welten, die sie trennen, scheinen unüberwindbar, ihre Liebe hat nur Raum im Verborgenen. Aber Julien und Min Thi sind nicht bereit, ihre zarte Romanze aufzugeben, bis etwas Unvorhergesehenes geschieht, das ihre Welt ins Wanken bringt...

Aufschlussreicher Einblick in die asiatische Seele

Die kleine Souvenirverkäuferin ist viel mehr als eine zauberhafte Liebesgeschichte. Durch den Roman lernt man nicht nur sehr viel über Vietnam, sondern erhält auch einen aufschlussreichen Einblick in die asiatische Seele und die spezielle Lebensphilosophie, von der wir meines Erachtens noch viel lernen können. Er ist eine tiefe Zuneigungsbekundung an ein Land, das durch viele Kriege erschüttert wurde, aber dessen Menschen trotz allem unerschütterlich ihr Schicksal annehmen. Der Roman regt sehr zum Nachdenken an, denn er nimmt uns mit auf eine stille Reise, die uns lehrt, was wirklich wichtig ist.

François Lelord: Französischer Schriftsteller und Psychiater zwischen zwei Welten

François Lelord wurde 1953 in Paris geboren. Er studierte Medizin und Psychologie und ließ sich nach seiner Promotion, nach einjährigem Aufenthalt als Post-Doktorand an der University of California und mehrjähriger Tätigkeit als Oberarzt am Hôpital Necker mit seiner eigenen Praxis 1989 in Paris nieder. 1996 gab er die Praxis jedoch wieder auf und beriet Unternehmen und Institutionen zu den Themen Stressbewältigung, Arbeitszufriedenheit etc. Lelord reist mit Begeisterung, seine besondere Liebe gilt Asien. So arbeitete er viele Jahre als Psychiater in der französischen Klinik in Hanoi/Vietnam. Mit seiner Frau, einer Vietnamesin, lebt er heute abwechselnd in Paris und Thailand, wo er als Psychiater für die Stiftung Alain Carpentier tätig ist.

Internationaler Durchbruch mit Hector

Sein internationaler Duchbruch gelang ihm 2002 mit seiner Buchreihe um den jungen intellektuellen Psychiater Hector (Erstveröffentlichung: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück), die in Frankreich die Bestseller-Listen eroberte und in 14 Ländern erschien. In Deutschland fanden seine Romane besonderen Anklang und wurden mit über 1,5 Mio. verkauften Exemplaren sogar ein noch größerer Erfolg als in Frankreich. Sein mittlerweile sechstes Hector-Buch mit dem Titel Hector fängt ein neues Leben an ist 2014 erschienen und wurde von den Lesern wieder begeistert angenommen. 

François Lelord hat keine eigene Website. Ein älteres Interview mit dem Schriftsteller, das zusätzliche interessante Informationen über ihn enthält, findet ihr unter dem Link Interview auf kultur-base.de vom 1. Mai 2012.

Originalausgabe: Lelord, François. La Petite Marchande de Souvenirs. Paris: JC Lattès, 2011.
Deutsche Ausgabe: Lelord, François. Die kleine Souvenirverkäuferin. Aus dem Französischen von Ralf Pannowitsch. München: Piper Verlag GmbH, 2012.
Bildquelle: www.piper.de

19. Juni 2015

Der schöne Schein - Eindrucksvolle Ausstellung im Gasometer Oberhausen

Foto: Thomas Machoczek © 2014 - Venus und Aphrodite *1 - Details siehe unten





Ein imaginäres Museum der Schönheit

Nach längerer Zeit habe ich mir mal wieder eine Ausstellung angesehen, von der ich wirklich begeistert bin. Der schöne Schein - The Appearance of Beauty zeigt 150 Reproduktionen und Abgüsse der bekanntesten Gemälde und Skulpturen aller Kunstepochen wie zum Beispiel da Vincis Mona Lisa, Botticellis Geburt der Venus, van Goghs Sternennacht, Caspar David Friedrichs Mondaufgang, die Venus von Milo, Nofretete u.v.m. All diese Meisterwerke wurden zu einem imaginären Museum vereint, so dass der Besucher die vielfältigen Darstellungen von Schönheit in den unterschiedlichsten Kulturen und Zeitaltern bestaunen und vergleichen kann. Die Idee ist wirklich großartig: Als Besucher hat man das Gefühl, gleichzeitig in allen großen Museen der Welt zu sein, in der alle bedeutenden Kunstwerke gemeinsam die Zeit überdauern. Die auf zwei Etagen zu bewundernden Kunstwerke sind lichtmäßig perfekt in Szene gesetzt, was das beeindruckende visuelle Erlebnis noch verstärkt.

Foto: Thomas Machoczek © 2014 - Nofretete und Mona Lisa
Glanzvolles Mosaik

Was mir an dieser Ausstellung - abgesehen von den großartigen Gemälden und Skulpturen - besonders gefallen hat, ist deren ganz spezielle Anordnung und Präsentation in mehreren großen Kreisen nach Themenbereichen wie Himmlische Sphäre oder Das menschliche Antlitz. Es war schon sehr interessant zu sehen, dass Künstler Schönheit über die Jahrhunderte völlig anders definierten bzw. darstellten. Es gab Gemälde, die ich wirklich nicht unter "schön" kategorisiert hätte, aber für die Künstler vergangener Epochen zeigte sich Schönheit eben auch im Diabolischen, Düsteren und Frevelhaften. Obwohl es sich bei den Werken, wie schon erwähnt, nicht um die Originale handelt, ist die Ausstellung eine grandiose Zeitreise durch kunstgeschichtliche Epochen und die damit einhergehende, sich ständig wandelnde Darstellung von Schönheit. Die abgedunkelten Ausstellungsräume lassen die Gemälde und Skulpturen umso mehr erstrahlen und zeigen uns ein glanzvolles Mosaik von Schönheit in ihrer ganzen Diversität. 

Effektvolle Spiegelinstallation

Was mich völlig fasziniert hat, war eine 4 m x 6 m große Spiegelinstallation, die eine einzigartige Illusion zaubert: Die an der Decke befestigte große Fotografie eines Kunstwerks wird in dem am Boden angebrachten überdimensionalen Spiegel reflektiert, so dass das Bild hinabzustürzen, aber gleichzeitig auch nach oben zu "fliegen" scheint. Das ist genial gemacht - es ist mit Worten nicht annähernd zu beschreiben, man muss es gesehen haben.

320°Licht von URBANSCREEN - Atemberaubende multi-mediale Lichtillusion

Foto: Wolfgang Volz © 2014


 
Ein weiteres Highlight ist der zweite Teil der Ausstellung, der von der Bremer Künstlergruppe URBANSCREEN realisiert wurde. In einem Radius von 320 Grad erzeugen sie auf der 100 Meter hohen Innenwand des Gasometers mit Hilfe von 23 Hochleistungsprojektoren ein einmaliges Lichtspektakel mit wechselnden grafischen Mustern und Formen. Dieses Lichtspiel wird durch verschiedene, sehr angenehme Klänge zu einem Erlebnis der Sinne. Auch dies müsst ihr gesehen haben - eine Beschreibung wird dieser einzigartigen Illusion nicht gerecht.

Ausstellungsort: Gasometer Oberhausen

Foto: Thomas Machoczek © 2014
Der Gasometer Oberhausen, Europas größter Scheibengasbehälter, der vor ca. 20 Jahren stillgelegt wurde, gilt mittlerweile als das Wahrzeichen Oberhausens. Heute ist das bedeutende Industriedenkmal ein äußerst beliebter und fest etablierter Veranstaltungsort für Ausstellungen, Theater und Musik. International renommierte Künstler wie Christo sind begeistert von dieser Location - sein Big Air Package war ein sensationeller Erfolg. Zu den erfolgreichsten Ausstellungen zählten darüber hinaus Magische Orte, Sternstunden, Das Auge des Himmels - um nur einige zu nennen. Am 23./24./25.6. freue ich mich schon wieder auf ein weiteres Highlight: Stummfilmkino! Im Gasometer werden dann in Zusammenarbeit mit der Lichtburg Klassiker der Stummfilmzeit gezeigt. Ich bin sicher, das wird ein ganz besonderes Erlebnis.

Informationsquellen:
Gasometer Oberhausen GmbH - www.gasometer.de
Ausstellungskatalog Der schöne Schein
Konzeption und Gestaltung: Prof. Peter Pachnike, Wolfgang Volz und Jeanette Schmitz

*1 Statue der Aphrodite (knidischer Typ, Abguss, Original ca. 350 – 340 v. Chr.) vor Botticellis Die Geburt der Venus (um 1485, Ausschnitt)

16. Juni 2015

Zeit für Poesie

© A Million Pages


Meeresleuchten


Aus des Meeres dunklen Tiefen
Stieg die Venus still empor,
Als die Nachtigallen riefen
In dem Hain, den sie erkor.

Und zum Spiegel, voll Verlangen,
Glätteten die Wogen sich,
Um ihr Bild noch aufzufangen,
Da sie selbst auf ewig wich.

Lächelnd gönnte sie dem feuchten
Element den letzten Blick,
Davon blieb dem Meer sein Leuchten
Bis auf diesen Tag zurück.


Friedrich Hebbel (1813-1863)


Quelle: Wüstner, Andrea (Hrsg.). Das Meer - Gedichte. Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH & Co., S. 61.

12. Juni 2015

Eine schicksalshafte Verbindung

Guillaume Musso
Nacht im Central Park

Dieses neue Buch von Guillaume Musso ist zweifellos der beste Roman, den ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Er ist sehr vielschichtig und lässt sich in kein spezielles Genre packen. Auf den ersten Blick ist er ein spannungsgeladener Thriller, der dem Leser bis zum Ende keine Atempause lässt, aber unter der Oberfläche findet sich eine sehr tiefgründige und lebenskluge Erzählung über Liebe, Verlust und Schmerz, die sehr berührt. Wie auch in seinen vorangegangenen Romanen kombiniert Musso hier sehr geschickt Thriller und Liebesgeschichte, die fern von Kitsch und Rührseligkeit ist.  

Lautes Buch mit leisen Tönen

Nacht im Central Park ist für mich der bisher gelungenste Roman von Musso, dessen völlig überraschende Auflösung am Ende mir sehr nahe gegangen ist. Mussos besondere Art, emotionale Abgründe der Menschen zu erfassen und sie dem Leser so intensiv nahezubringen, ist eine ganz seltene Kunst, die nur wenige Schriftsteller beherrschen. Nacht im Central Park ist ein lautes Buch mit leisen Tönen, die unter die Haut gehen. Ich empfehle es euch wirklich sehr.

Aneinandergefesselt

Als Alice Schäfer, Kriminalpolizistin in Paris, morgens aufwacht, traut sie ihren Augen nicht. Sie findet sich auf einer Parkbank in einer ihr völlig unbekannten Umgebung wieder - in Handschellen gefesselt an einen fremden Mann, den amerikanischen Jazzpianisten Gabriel Keyne. Am Vorabend hatte Alice noch mit ihren Freundinnen auf den Champs-Élysées gefeiert, Gabriel hatte einen Gig in einem Jazzclub in Dublin. Als ihnen klar wird, dass sie im Central Park in New York sind, können sie es nicht fassen und realisieren schockiert ihre bizarre Situation: Alices Bluse ist blutverschmiert, sie trägt eine fremde Waffe, aus der eine Kugel fehlt und auf ihrer Hand steht eine mysteriöse Zahlenkombination. An Gabriels Unterarm haftet ein blutverschmierter dicker Verband, unter dem eine Zahlenfolge zum Vorschein kommt, die ihm jemand eingeritzt hat.

Mysteriöse Hetzjagd durch New York

Alice und Gabriel ist klar, dass sie nur gemeinsam herausfinden können, was passiert ist. Doch wie soll das gehen - ohne Ausweis, ohne Handy, ohne Geld und ohne Auto? Entgegen Alices Überzeugung als Polizistin knacken sie ein Auto und stehlen ein Handy. Doch Alices und Gabriels Suche nach den Drahtziehern, die sie nach New York brachten, scheint ins Nichts zu führen. Alices Misstrauen gegenüber Gabriel, den sie nicht einschätzen kann, wächst stetig, zumal er sich beharrlich weigert, Klavier zu spielen. Und so ermittelt Alice parallel - ohne Gabriels Wissen - mit Hilfe ihres französischen Kollegen Seymour Lombart. Entsetzt muss Alice erkennen, dass alle Spuren offenbar zu einem Serienkiller führen, der schon einmal ihren Weg kreuzte. Es beginnt eine rasante Hetzjagd durch New York, die immer mysteriöser wird und in deren Verlauf sich Alice entscheiden muss, ob sie Gabriel vertrauen kann und will. Als ihre Situation immer lebensbedrohlicher wird, scheint es für Alice nur einen Ausweg zu geben...

Alice Schäfer und Gabriel Keyne: Undurchsichtige Protagonisten

Mussos Protagonisten sind in der Tat ungewöhnlich. Alice Schäfer ist keine Sympathieträgerin: Mit ihrer barschen, bestimmenden und aufbrausenden Art wirkt sie eher abstoßend und enervierend. Gabriel Keyne scheint der ruhende Gegenpol zu sein - er wirkt beschwichtigend und strahlt Sicherheit aus. Doch immer wenn der Leser denkt, sich ein Bild über die beiden Hauptfiguren gemacht zu haben, legt Musso grundverschiedene Facetten der Charaktere offen, die sie in einem völlig anderen Licht zeigen und hält dem Leser damit indirekt den Spiegel der übereilten Meinungsbildung vor. So zeigt er uns zum Beispiel Alices sehr emotionale Seite und Gabriels immense Angespanntheit und unterschwellige Ungeduld. Beide bleiben undurchsichtig, bis sich am Ende der Nebel der Ungewissheit lichtet und uns zwei Menschen offenbart, deren schicksalhafte Begegnung ihr Leben für immer verändern wird. Hierin liegt für mich auch Mussos großer Erfolg als Schriftsteller begründet: Er skizziert seine Charaktere nicht nach Schema F, sondern zeigt sie in all ihrer menschlichen Tiefe und mit all ihren Widersprüchlichkeiten. Mussos Lebenseinsichten sind weise, aber nie unangenehm belehrend, sie sind entmutigend, aber immer verbunden mit einer unerschütterlichen Hoffnung und der Erkenntnis, dass es nichts Besseres gibt als das Leben.

Guillaume Musso: Französischer Bestseller-Autor ersten Ranges

Guillaume Musso wurde 1974 in Antibes geboren. Als Sohn einer Bibliothekarin entdeckte er schon früh seine Leidenschaft für Literatur und verbrachte oft den Großteil seiner Ferien in der Bibliothek seiner Mutter. Als er mit 15 einen Kurzgeschichten-Wettbewerb gewann, beschloss er, Schriftsteller zu werden. Doch mit 19 zog es ihn zunächst nach New York und New Jersey, wo er mehrere Monate lebte und u.a. als Eisverkäufer arbeitete. Er studierte danach Wirtschaftswissenschaften und arbeitete nach seinem Studienabschluss als Lehrer. Durch einen schweren Autounfall, der mit einem Nahtoderlebnis einherging, widmete er sich dann ganz seiner Passion und veröffentlichte im Januar 2004 sein erstes Buch mit dem Titel Et Après (Ein Engel im Winter), das es direkt auf die französischen Bestsellerlisten schaffte und mit dem ihm der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Musso veröffentlichte danach noch weitere Romane, die von den Lesern ebenfalls begeistert aufgenommen wurden. Mittlerweile haben sich seine Romane weltweit über 3 Mio. mal verkauft und wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Musso zählt zu den meistgelesenen französischen Schriftstellern.

Weitere Informationen über Guillaume Musso findet ihr auf seiner Website www.guillaumemusso.com.

Originalausgabe: Musso, Guillaume. Central Park. Paris: XO Éditions, 2014.
Deutsche Ausgabe: Musso, Guillaume. Nacht im Central Park. Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge. München: Pendo Verlag/Piper Verlag GmbH, 2015.
Bildquelle: www.piper.de

Mein herzlicher Dank gilt dem Pendo Verlag/Piper Verlag GmbH, München, der mir den o.g. Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

9. Juni 2015

Wenn nichts so ist, wie es scheint...

Harlan Coben: Ich finde dich

Brillanter Thriller mit spektakulären Wendungen

Dieser nervenaufreibende Thriller von Harlan Coben ist ein weiteres Highlight des preisgekrönten Erfolgsautors. Der Roman ist unglaublich spannend und überzeugt durch viele spektakuläre Wendungen. Es gelingt Coben mühelos, selbst die thrillererprobtesten Leser auf falsche Fährten zu locken und sie vor allem im Hinblick auf die Charaktere völlig in die Irre zu führen. Dies liegt vor allem darin begründet, dass Coben nicht mit einer Gut- und Böse-Schablone arbeitet, wie es viele seiner Kollegen tun, bei denen man oftmals schon erahnen kann, wer der Täter ist. Bei Coben erkennt der Leser die überraschende Lösung erst ganz am Ende, und es ist genau dieser Aspekt, der seine Thriller auszeichnet und sie zu einem außergewöhnlich aufregenden Leseerlebnis macht.

Die falsche Witwe

Als Professor Jake Fisher auf der Website des Lanford College vom mysteriösen Mord an Dr. Todd Sandersen erfährt, reißen alte Wunden auf: Seine große Liebe Natalie Avery, der er immer noch nachtrauert, hatte ihn für Todd verlassen und diesen sogar kurz darauf völlig überstürzt geheiratet. Trotz allem hatte er die Einladung zur Hochzeit des Paares angenommen und musste Natalie versprechen, sie und ihren Mann in Ruhe zu lassen und sie nicht mehr zu kontaktieren. An dieses Versprechen hatte sich Jake gehalten, obwohl es ihm sehr schwer fiel. Nach Todds Tod beschließt er, zu dessen Beerdigung zu fahren - dies in der Hoffnung, Natalie wiederzusehen. Doch zu seiner großen Überraschung ist Todds Witwe nicht Natalie, sondern eine völlig andere Frau. Jake kann es nicht fassen und beginnt Nachforschungen anzustellen, wenngleich er damit auch sein Versprechen gegenüber Natalie bricht.

Undurchdringbare Mauer des Schweigens

Als ersten Schritt ruft er Natalies Schwester Julie an, die damals Trauzeugin war. Doch sie reagiert feindselig und gibt vor, ihn nicht zu kennen. Jake kann sich das nicht erklären und fährt zum Künstlerrefugium The Creative Recharge Colony, wo er Natalie damals kennenlernte, um dort Antworten auf seine Fragen zu erhalten. Doch zu seiner großen Verwunderung muss er feststellen, dass dieses Refugium nicht mehr existiert und das Grundstück jetzt im Privatbesitz ist. Jake weiss nicht mehr weiter - da erhält er eine mysteriöse Mail, die nur einen Satz enthält: Du hast es versprochen. Jake ist sich sicher, dass die Nachricht von Natalie ist, doch wo soll er sie suchen? Alle Recherchen führen ins Leere. Niemand, der ihn und Nathalie kannte, scheint sich zu erinnern oder ist gar bereit, ihm weiterzuhelfen. Überall stößt er auf eine Mauer des Schweigens, die er nicht durchdringen kann.

Lebensgefährliche Suche

Und dann geht alles ganz schnell - wie im Zeitraffer: Jake wird entführt und beinahe getötet, er wird suspendiert und selbst sein bester Freund Benedict wirkt auf einmal seltsam verschlossen. Seine Welt gerät aus den Fugen: Nichts ist so, wie es scheint und nichts ist mehr, wie es war. Aber gegen alle Widrigkeiten ist Jake so entschlossen wie nie zuvor, Natalie zu finden. Doch seine Gegner sind mächtig, brutal und skrupellos und haben weitreichenden Einfluss. Bald weiß er nicht mehr, wer Freund oder Feind ist. Er weiß nur, dass er nicht der Einzige ist, der Natalie fieberhaft sucht. Das FBI ist ihr ebenso auf der Spur wie diverse Killer, deren Auftraggeber Jake nicht ausmachen kann. Und so bleibt ihm nur ein Ausweg: Er muss Natalies dunkles Geheimnis schnellstmöglich entschlüsseln, um sie lebend zu finden, auch wenn dabei sein bisheriges Leben auf der Strecke bleibt...

Actionreicher Plot und glaubwürdig konzipierte Charaktere

Bei diesem Thriller stimmt einfach alles: Er ist actionreich, mitreißend und fesselnd bis zum Schluss. Coben nimmt den Leser mit auf eine nicht enden wollende Achterbahnfahrt, die scheinbar ins Nichts führt. Besonders gelungen ist der Protagonist der Geschichte, Professor Jake Fisher, der aus seiner sicheren College-Welt gerissen und gezwungen wird, sein bisheriges Schwarz-Weiß-Denken über Bord zu werfen. Coben zeigt uns, wie dieser kontrollierte, selbstreflektierende Akademiker den Boden unter den Füßen verliert und mit diesem unsicheren Halt leben lernt, um die Frau, die er immer noch liebt, zu retten. Doch Coben arbeitet nicht mit Stereotypen und Klischees, er macht seinen Hauptcharakter nicht zu Superman. Die Entwickung des Protagonisten und der außergewöhnliche Plot bleiben in einem glaubwürdigen Rahmen, und darin liegt für mich auch das Erfolgsgeheimnis von Cobens Romanen.

Harlan Coben: Erfolgreicher Thrillerautor mit internationalem Standing

Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt. Er studierte Politikwissenschaft und arbeitete danach zunächst in der Touristikbranche. Seine schriftstellerische Karriere begann mit der 1995 gestarteten Romanreihe um Sportmanager Myron Bolitair, die bei den Kritikern äußerst beliebt war. Der internationale Durchbruch gelang im allerdings erst 2001 mit dem Thriller Tell No One (Kein Sterbenswort). Seitdem hat Coben eine Vielzahl von einzigartigen Thrillern veröffentlicht: Allein seine letzten sieben Romane haben sich international über 60 Millionen mal verkauft und waren alle auf Platz 1 der New York Times Bestseller-Liste. Er ist der einzige Schriftsteller, der jemals mit den drei renommiertesten amerikanischen Krimipreisen - Edgar Award, Shamus Award und Anthony Award - ausgezeichnet wurde. Sein neuester Roman The Stranger wurde im März dieses Jahres in den USA veröffentlicht und wird sicherlich erneut die internationalen Bestsellerlisten erobern.

Weitere Informationen über Harlan Coben findet ihr auf seiner Website www.harlancoben.com.

Originalausgabe: Coben, Harlan. Six Years. New York: Dutton/Penguin Group USA (Inc.), 2013.
Deutsche Ausgabe: Coben, Harlan. Ich finde dich. Aus dem Amerikanischen von Gunnar Kwisinski. München: Wilhelm Goldmann Verlag/Random House Gruppe, 2014.
Bildquelle: www.randomhouse.de

Mein herzlicher Dank gilt der Random House Gruppe, München, die mir den o.g. Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

5. Juni 2015

Serien Blogparade 3: Serien-Dauerbrenner

Die von Frau Margarete ins Leben gerufene Serien Blogparade hat mittlerweile Kultstatus - absolut zu Recht, wie ich finde. Daher mache ich gerne mit, denn ich liebe gut konzipierte Serien - egal ob spannend, witzig oder bizarr - Hauptsache, sie sind ansprechend und unterhaltsam umgesetzt.

Welche Serien könntest Du immer wieder sehen?

Diese Frage kann ich ganz schnell beantworten, denn es gibt für mich nur vier Serien, von denen ich nie genug bekomme: House of CardsSherlockHawaii Five-O und Profiling Paris. Obwohl die Serien unterschiedlicher nicht sein könnten, haben sie alle eines gemeinsam: Suchtcharakter.

House of Cards

Fotos: Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Dieses Politdrama mit shakespearianischen Zügen und den großartigen Hauptakteuren Kevin Spacey, Robin Wright und Michael Kelly ist momentan meine absolute Nr. 1. Die Geschichte des Aufstiegs des intriganten und skrupellosen Kongressabgeordneten Francis Underwood zum Präsidenten der USA ist eine Klasse für sich. Mir gefällt ganz besonders das immer wiederkehrende Durchbrechen der vierten Wand, wenn Underwood sich mit seinen zynischen Kommentaren direkt an die Zuschauer wendet. Dieses Stilmittel fand ich am Anfang ziemlich befremdlich, aber mittlerweile warte ich schon förmlich darauf.

Foto: Sony Pictures Home Entertainment GmbH
House of Cards ist eine der einzigartigen Serien, die ich in Dauerschleife gucken könnte. Obwohl es ein Politdrama ist, bei dem ja meistens nach mehrmaligem Schauen dann auch "der Dampf raus" ist, wird es bei House of Cards nie langweilig, denn Politik hat einen schmutzigen Nährboden, der nie versiegt. Außerdem gibt es immer wieder tolle Gastauftritte von Stars wie zum Beispiel Lars Mikkelsen, die in ihren Rollen einfach großartig besetzt sind. Ich hoffe, dass es noch einige Staffeln der Serie geben wird (die vierte Staffel ist ja bereits in Arbeit).

Sherlock

Fotos: polyband Medien GmbH

Diese BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman als Holmes & Watson ist einfach genial. Als ich damals den Trailer sah, war mir Cumberbatch als Holmes nicht so ganz geheuer, weil ich Rupert Everett für unübertroffen hielt. Aber nach der ersten Staffel war ich derart begeistert, dass ich es seitdem nie erwarten kann, die nächste Staffel zu sehen. Es ist den Produzenten Steven Moffat und Mark Gatiss wirklich exzellent gelungen, die Serie in die moderne Zeit zu transferieren. Sherlock ist ein Nerd, Watson ein Blogger - eigentlich undenkbar bei den literarischen Originalen, aber es funktioniert - und man hat vor allem nie das Gefühl, dass es je anders war.

Foto: polyband Medien GmbH
Auch diese Serie hat für mich Dauerschleifencharakter, denn ich könnte Sherlock ständig gucken, obwohl ich die Folgen wirklich schon oft gesehen habe. Ich mag den britischen Humor, die Interaktion der Hauptdarsteller und vor allem den von Andrew Scott glänzend gespielten Moriarty. Die vierte Staffel inkl. eines vielversprechenden histo-rischen Weihnachtsspecials wird gerade gedreht. Ich bin sehr gespannt.

Hawaii Five-O

Foto: Paramount/INPROMO GmbH
 
Dieses coole Remake der von 1968 bis 1980 ausgestrahlten gleichnamigen US-Serie Hawaii Five-O ist spannend, actionreich und witzig. Hawaii Five-O ist der Name einer Spezialeinheit der Polizei, die auf Hawaii gegen das organisierte Verbrechen kämpft. Leiter dieser Elite Task Force ist Marineoffizier Steve McGarrett (Alex O'Loughlin), der gemeinsam mit seinem Team bestehend aus Danny "Danno" Williams (Scott Caan), Chin Ho Kelly (Daniel Dae Kim) und Kono Kalakaua (Grace Park) zahlreiche Verbrechen aufklärt und heikle Korruptionsfälle aufdeckt. Was mir an der Serie besonders gut gefällt, ist, dass neben dem jeweils aktuellen Fall auch eine Parallelhandlung mit den privaten Geschichten der Charaktere eingebaut wurde. McGarrett sucht den Mörder seines Vaters und bringt damit ohne es zu wissen eine politische Lawine ins Rollen, Danno steckt mitten in einem häßlichen Scheidungskrieg und kämpft um seine Tochter, Chin Ho gerät ins Visier der internen Ermittler, und Kono steht zwischen allen Fronten, als sie sich in den Sohn eines berüchtigten Mafioso verliebt. Alle diese Geschichten fließen zusammen und machen die Serie zu einem mitreißenden Spektakel, dessen Erfolg den Hauptdarstellern und den guten Drehbüchern zu verdanken ist.

Fotos: Paramount/INPROMO GmbH



Auch diese Serie könnte ich in Dauerschleife gucken. Ich habe bis jetzt alle vier Staffeln gesehen und warte schon ganz gespannt auf die fünfte. Wenn die Serie mal eingestellt werden sollte - was hoffentlich nicht so schnell der Fall sein wird -, werde ich mir bestimmt auch nochmals alle Staffeln von Anfang an anschauen.


Profiling Paris

Fotos: polyband Medien GmbH


Profiling Paris ist eine französische Krimiserie, die erst seit diesem Jahr im deutschen Fernsehen läuft. Die Pilotfolge hat mir so gut gefallen, dass ich die Serie jetzt regelmäßig gucke und keine Folge verpasse.

Und darum geht's: Die Profilerin, Kriminologin und Psychologin Chloé Saint-Laurent wird als Beraterin des Teams der von Hauptkommissar Matthieu Pérac geleiteten Mordkommission engagiert. Dieser ist nicht gerade erfreut, denn er hält nichts von Profilern und schon gar nichts von Psychologen. Hinzu kommt, dass Chloé mit ihren leuchtend roten Haaren, ihrer großen gelben Handtasche und den High Heels, auf denen sie nicht wirklich laufen kann, eine äußerst gewöhnungsbedürftige Persönlichkeit ist, die mit ihrer Art die normale Polizeiarbeit des Öfteren torpediert. Doch schon bald wird sie für das Team unentbehrlich, und Pérac entdeckt das schreckliche Geheimnis der jungen Frau, die laut seinen Recherchen keine Vergangenheit zu haben scheint.

Foto: polyband Medien GmbH


Profiling Paris schaue ich mir sehr gerne an, auch in Dauerschleife. Die Serie ist spannend, gut gemacht und wird von den beiden Hauptcharakteren Chloé und Matthieu getragen.

Im Comedy-Bereich kommen noch die amerikanische Serie Bored to Death mit dem wunderbar witzigen Ted Danson und die schon ältere britische Produktion The Vicar of Dibley mit der unvergleichlich komischen und spitzzüngigen Dawn French hinzu.

Alles in allem kann ich sagen, dass die Serien, die ich als meine Lieblingsserien bezeichne, auch die sind, die ich ständig gucken könnte. Dies ist kein zwingendes Kriterium, es trifft aber auf jeden Fall auf mich zu.

Die o.g. Serien schaue ich mir am liebsten und am häufigsten an.

Mein herzlicher Dank gilt:

Sony Pictures Home Entertainment GmbH, München, www.sphe.de, die mir alle Fotos inkl. DVD-Cover von House of Cards zur Verfügung gestellt hat.

polyband Medien GmbH, München, www.polyband.de, die mir alle Fotos inkl. DVD-Cover von Sherlock und Profiling Paris zur Verfügung gestellt hat.

Paramount/INPROMO GmbH, Hamburg, www.inpromo.de, die mir alle Fotos von Hawaii Five-O zur Verfügung gestellt hat.

2. Juni 2015

Andrea Camilleri: Das Spiel des Poeten

Hochspannender, vielschichtiger Thriller mit explosivem Finale

Mit Das Spiel des Poeten präsentiert uns Andrea Camilleri einen weiteren raffiniert ausgeklügelten, hochspannenden Thriller mit unverwechselbar italienischer Note aus seiner berühmten Krimireihe um den sizilianischen Commissario Salvo Montalbano, der im fiktiven Küstenort Vigàta/Sizilien spielt. Ich habe schon einige Montalbano-Romane gelesen, aber dieser ist mit Abstand der beste. Camilleri lässt den Spannungsbogen äußerst geschickt variieren, er baut ihn auf und wieder ab, bis es dann zum finalen Showdown kommt. Das Buch ist ein Lesegenuss und Spannung pur und daher absolut empfehlenswert.

Mysteriöse Puppen

Die Geschichte beginnt mit einem Horror-Szenario: Als die Polizei unter der Leitung von Commissario Montalbano die Wohnung der Geschwister Gregorio und Caterina Palmisano, zwei greise religiöse Fanatiker, stürmt, nachdem diese auf die Polizei geschossen hatten, bietet sich ihnen ein Bild des Grauens: Die Wohnung - übersät mit Kreuzen - ist völlig verwahrlost - genau wie ihre skeletthaften Bewohner, die dort vollkommen wirr und völlig isoliert gelebt haben. Der bizarrste Fund ist eine große verschlissene Gummipuppe, der Haare und ein Auge fehlen. Beide Angreifer können schließlich überwältigt werden, und man bringt sie in die Psychiatrie. Obwohl Montalbano dieses befremdliche Erlebnis noch nachhängt, geht er schnell wieder zur Tagesordnung über, bis eine völlig hysterische Frau auf dem Kommissariat einen Leichenfund meldet. Bei seinem Eintreffen am Fundort muss Montalbano verärgert feststellen, dass die vermeintliche Leiche ebenfalls eine Gummipuppe ist. Als er jedoch sieht, dass diese Puppe der im Haus der beiden Alten gefundenen bis aufs Detail gleicht, beschleicht Montalbano ein ungutes Gefühl.

Perfides Spiel eines psychopathischen Poeten

Zeitgleich erhält Montalbano anonyme Briefe mit der Aufschrift Schatzsuche, die jeweils ein rätselhaftes Gedicht enthalten, das sich mehr schlecht als recht reimt. Die merkwürdige Wortwahl des selbsternannten Dichters lassen den Commissario nichts Gutes vermuten. Er lässt sich schließlich auf die bizarre Schatzsuche ein und versucht, die diversen Rätsel zu lösen, um so hinter die Identität des Verfassers zu kommen. Doch schnell merkt er, dass dieses perfide Spiel ein viel schlimmeres Ausmaß annimmt als er ahnen konnte und dass er ins Visier eines Psychopathen geraten ist.

Wettlauf mit der Zeit

Als dann Giuseppe Bonmarito seine Tochter Ninetta als vermisst meldet, entdeckt der Commissario zu seiner großen Beunruhigung Zusammenhänge mit den Rätseln des Poeten und den greisen Fanatikern, die er jedoch noch nicht einordnen kann. Ihm wird schlagartig klar, dass das Mädchens in großer Gefahr schwebt und es jetzt an ihm ist, die immer verworrener werdenden Rätsel zu lösen. Doch der Gejagte erweist sich als äußerst intelligent, und so muss Montalbano alles auf eine Karte setzen, wenn er das Spiel gewinnen will - sogar sein Leben...

Kauziger Kult-Kommissar mit italienischem Charme

Camilleris mittlerweile 57-jähriger Protagonist Salvo Montalbano zählt für mich zu den besten Kriminalkommissaren, die je erdacht wurden. Er ist ein ausgezeichneter Polizist, der primär seinem Instinkt vertraut. Er ist zwar launisch, dickköpfig und hadert mit seinem Alter, aber er liebt das Leben und vor allem die italienische Küche. So geht er oft und gerne essen und zelebriert die sizilianischen Spezialitäten. Besonders unterhaltsam ist Montalbanos On-/Off-Beziehung mit seiner temperamentvollen Freundin Livia, die durch seine Freundschaft mit der Schwedin Ingrid arg strapaziert wird. Sein Team bestehend aus den völlig unterschiedlichen Charakteren Augello, Fazio, Gallo, Galluzzo und Catarella ist ebenfalls brillant skizziert und sorgt - meist unfreiwillig - für die humoristische Note. Alles in allem lebt der Roman in erster Linie von seinem unverwechselbaren Commissario Montalbano, der die Romane dieser Krimireihe so lesenswert macht.

Andrea Camilleri: Preisgekrönter sizilianischer Schriftsteller und berühmter Vater von Commissario Montalbano

Andrea Camilleri wurde 1925 in Porto Empedocle/Sizilien geboren und zählt mit seinen mehr als 60 Romanen zu den erfolgreichsten und beliebtesten Schriftstellern Italiens. Seine Karriere begann er als Regisseur und Drehbuchautor am Theater, wo er u.a. Werke von T.S. Eliot, Samuel Beckett und August Strindberg für das italienische Publikum inszenierte. Mit 20 veröffentlichte er seine ersten Gedichte und schrieb darüber hinaus Erzählungen/Artikel für Zeitschriften. Seine erfolgreiche Krimireihe mit dem von ihm erschaffenen Commissario Montalbano, den er nach dem von ihm sehr geschätzten spanischen Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán benannte, startete 1994 mit dem Roman La Forma dell'Acqua (Die Form des Wassers) und wurde ein phänomenaler internationaler Erfolg. Der Autor erhielt für seine Werke zahlreiche Preise wie z.B. den Premio Gela, den Premio Vittorini und den International Dagger der britischen Crime Writers' Organisation.

Seit mehr als 20 Jahren lehrt Andrea Camilleri als Professor an der Nationalakademie der Dramatischen Künste Silvio D'Amico in Rom, wo er auch lebt.

Weitere Informationen zu Andrea Camilleri findet ihr auf seiner Website www.andreacamilleri.net, die leider nur in italienischer Sprache verfügbar ist.

Originalausgabe: Camilleri, Andrea. La Caccia al Tesoro. Palermo: Sellerio Editore srl, 2010.
Deutsche Ausgabe: Camilleri, Andrea. Das Spiel des Poeten. Aus dem Italienischen von Rita Seuß und Walter Kögler. Köln: Bastei Lübbe AG, 2015.
Bildquelle: www.luebbe.de